Über den Autor

Christian Barsch

Diplom-Forstwirt & Museumsleiter, Grube Samson

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Zusammenfassung
Die historische Bausubstanz der Grube Samson hat einen hohen Sanierungsbedarf. Ebenso fehlt es an einer zeitgemäßen Infrastruktur wie Welcome-Center mit einem Kassen- und Aufenthaltsbereich, Garderobe, Toiletten, Seminarräumen, einem Museumscafe und vielem mehr. Zum Erhalt der Bestandsgebäude erhält die Grube Samson nun ab 2021 eine Förderung von 3,8 Mio. Euro aus dem Förderprogramm „National wertvolle Kulturdenkmäler“. In einer mehrteiligen Serie wollen wir die anstehenden Maßnahmen vorstellen und Zukunftsideen zur Weiterentwicklung mit Ihnen diskutieren

Zusage über 3,8 Mio. Euro Fördermittel
Corona hat die Grube Samson wie alle Museumseinrichtungen mit dem seit 1. November 2020 geltenden Lockdown weiter fest im Griff. Auch wenn der Führungs- und Museumsbetrieb ruht, laufen im Hintergrund verschieden Aktivitäten, um das historische Bergwerksensemble weiterzuentwickeln. Nun kann der nächste Schritt in die Zukunft gegangen werden, denn die Grube Samson erhält aus dem Förderprogramm „National wertvolle Kulturdenkmäler“ Fördermittel in Höhe von 3,8 Mio. Euro. Die Förderung wird vergeben von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Die nun zugesagten Mittel kommen von der EU (ELER), dem Bund, dem Land Niedersachsen und auch von der Stadt Braunlage, die einen Eigenanteil von einem Drittel der Fördersumme beisteuern wird. Dieses Geld dient ausschließlich zum Erhalt und zur Sanierung der historischen Bausubstanz und wird ab 2021 über einen Förderzeitraum von sieben Jahren eingesetzt. In jedem Jahr dieser Förderperiode wird der aktuell benötigte Finanzrahmen je nach Maßnahme und Baufortschritt neu bestimmt und beantragt.

Dank an alle Unterstützer
Im Namen aller Beteiligten möchten wir uns bei allen Unterstützerinnen und Unterstützern, bei den fördernden Institutionen (s.u.) bedanken. Auf Seiten der Stadt Braunlage danken wir für das Engagement dem Bürgermeister Wolfgang Langer, dem Ortsbürgermeister Karl-Heinz Plosteiner und dem gesamten Rat sowie Bauamtsleiter Thomas Reiss und Uwe Peters von der BTG.
Neben dem Amt für Regionale Landesentwicklung hat insbesondere Cordula Reulecke vom Landesamt für Denkmalpflege die Mittelbeschaffung unterstützt. Ohne ihre Erfahrung im Förderwesen hätte eine kleine Kommune wie Braunlage so ein Verfahren kaum realisieren können. Wir danken auch Architekt Uwe Kleineberg und seinem Team für die große Expertise bei der Erstellung des Sanierungsgutachtens. Für sein besonderes Engagement bei der politischen Unterstützung des Förderantrags in Berlin gebührt auch ein besonderer Dank dem Bundestagsabgeordneten der Region, Dr. Roy Kühne (Danke Roy!).

Neubau des Kunstrads kann beginnen
2021 beginnt als erste Maßnahme der Neubau des seit 1997 defekten Kunstrads. Dazu soll das alte Wasserrad demontiert und entfernt werden. Der Zustand der Radstube wird anschließend eingehend sicherheitstechnisch untersucht etwaig notwendig werdende Unterhaltungsarbeiten werden dann fachgerecht durchgeführt. Neben dem Wasserradneubau muss eine neue Lagerung des Rades nach dem historischen Vorbild von 1820 konzipiert werden. Ein Wartungssteg mit Sicherheitskäfig muss für die zukünftig durchzuführenden Schmierarbeiten an der Welle zur Rückseite des Wasserrads gebaut werden und ein neuer Wasserbehälter integriert werden, weil sich mit der geplanten neuen Lagerung des Kunstrads ohne Kugellager der Rollwiderstand erhöhen wird und daher mehr Antriebswasser vorgehalten werden muss.

Die Kosten dieses Projekts liegen bei 788.000 Euro und kommen von der EU (120.000 Euro), Bund und Land (je 200.000 Euro). Auch die Bingo-Umweltstiftung, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz und die Sparkassenstiftung beteiligen sich an der Finanzierung dieses Vorhabens. Die Stadt Braunlage steuert einen Eigenanteil von 200.000 Euro bei.

„National wertvolles Kulturdenkmal“
Mit der Aufnahme in das BKM-Förderprogramm ist der Status der Grube Samson als ein „national wertvolles Kulturdenkmal“ bestätigt worden. Für die Betreiber ist die Auszeichnung ein zusätzlicher Ansporn, überregionales und internationales Publikum nach St. Andreasberg zu holen. Gleichzeitig wird auch die Bedeutung des Weltkulturerbes im Oberharz gestärkt, um weitere Fördermittel zu akquirieren. Weiter dient eine solche Auszeichnung auch der Steigerung der Identifikation mit dem lokalen Weltkulturerbe. Auch innerhalb der Welterbefamilie hoffen die Betreiber auf eine Bedeutungssteigerung der Grube Samson durch eine verbesserte Wahrnehmung des mit Abstand besucherstärksten Museums des Oberharzes, das weiterhin keine Basisfinanzierung erhält und zu 100% abhängig von Eintrittsgeldern ist.

Weitere Schritte sind notwendig
Die nun akquirierten Mittel dienen ausschließlich zur Sanierung der Bestandsgebäude Am Samson 1 bis Am Samson 3b. Für Infrastrukturen wie eine Heizungsanlage und neue Stromleitungen, für die Erweiterung der Museumsausstellung oder die Büroausstattung müssen weitere Mittel beantragt werden. Aktuell hat die Stadt Braunlage einen weiteren Förderantrag beim Programm "Nationale Projekte des Städtebaus" gestellt. Diese "NPS-Mittel" werden wegen einer maximalen Förderung von bis zu 90% auch von anderen Kommunen stark nachgefragt. Mit dem Status als „national wertvolles Kulturdenkmal“ hoffen wir aber auf eine Aufnahme in dieses Förderprogramm, um den Rückbau des alten Sportplatzes, den Neubau eines neuen Schulsportplatzes zu realisieren. Auf dem so gewonnen Platz kann anschließend der Bau eines Welcome-Centers erfolgen, das eine avantgardistische Interpretation der historischen alten Zimmerei der Grube Samson sein soll.
 

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