Über den Autor

Isabel Hielscher

Weitere Beiträge dieses Autors

Zusammenfassung
Seit 2005 gibt es die Auszeichnung „UNESCO Global Geopark“ die bis jetzt in 616 Gebieten weltweit zu finden ist. Allein in Deutschland sind sechs Gebiete zu Geoparks ernannt worden, wovon einer das Gebiet Harz – Braunschweiger Land – Ostfalen umfasst.

Was ist ein Geopark?
Ziel eines Geoparks ist die Förderung der Zusammenarbeit zwischen Völkern und das Umsetzen der 17 globalen Nachhaltigkeitsziele. Diese Ziele wurden 2015 von der Weltgemeinschaft für nachhaltige Entwicklung aufgestellt. Mehr dazu können Sie auf folgender Website nachlesen: www.bmz.de/de/themen/2030_agenda/17_ziele/index.html. Das Zusammenspiel von Mensch und Natur und geologische Stätten und Landschaften von internationaler geowissenschaftlicher Bedeutung sind inzwischen als UNESCO-Global Geoparks auf 7% der Landesfläche in Deutschland zu finden.

Der Harz als Geopark
Der Harz und das nördlich davon gelegene Braunschweiger Land bis zum Flechtinger Höhenzug gehören seit 2015 zu einem der sechs deutschen UNESCO-Geoparks als größter von ihnen. Hier wird ein ganzheitliches Konzept von Bildung, Schutz und nachhaltiger Entwicklung mit dem Ziel der Förderung der Identifikation mit Region, Tourismus und nachhaltiger wirtschaftlichen Entwicklung. Zusätzlich zählt das Bergwerk Rammelsberg mit der Altstadt von Goslar und der Oberharzer Wasserwirtschaft, somit auch die Grube Samson, zu dem UNESCO-Weltkulturerbe.
Auf 9.600 km² Fläche sieht man im Harz 450 Mio. Jahre Erdgeschichte, die vielseitige Spuren wie Mulden, Sättel, Lagerstätten für Eisenerze und Braunkohle oder Sedimentablagerungen auf engem Raum hinterlassen. Der Brocken sticht hier als nationales Geotop heraus und verkörpert die Landmarke im Harz mit seiner besonderen Granit-Blockhalde.

Die „klassische Quadratmeile der Geologie“
Die Entstehung des Harzes begann bei der varistischen Gebirgsfaltung vor 300 Millionen Jahren, die die vorher vom Ozean bedeckte Gegend anhob und senkte. Sedimente lagerten sich ab, Höhenrücke wurden abgetragen und Kontinente veränderten sich. Durch enorme Hitze unter dem Kontinent staute sich Magma an. Im Laufe der Zeit wurde das Material über dem nun erstarrten Magma abgetragen und der Brocken-Granit kam zum Vorschein.

Veränderung durch Menschen
Der Harz als „klassische Quadratmeile der Geologie“ erzählt also die Geschichte der Entstehung. Daraus folgende silberhaltige Erze und fruchtbare Böden zeigen Spuren durch Nutzung der Menschen. Der Erzbergbau ist hier natürlich lange historisch verankert und veränderte die Landschaften: Halden wurden aufgeschüttet, Fichten angepflanzt und Wasser gestaut. Zum Bau des Oderteichs nahm man lokale Baumaterialien, nämlich Granitsteine und Granitsand. Doch auch schon viel frühere Kulturen sind hier zu entdecken: Funde der Neandertaler von vor 250.000 Jahren und Werkzeuge 100.000 Jahren vor unserer Zeit in der Einhornhöhle im Südharz und in den Rübeländer Höhlen zeigen die Anfänge der menschlichen Geschichte.

Besondere Geologie
Aber auch unabhängig vom Menschen ist der Harz eine besondere Gegend. Die Wollsackverwitterung, die vor allem bei Granit auftritt, ist hier oberhalb des Okertals als herausragende Felsformation zu sehen, wie auch das „Kellwasser Event“, bei dem die Geschichte eines globalen Massenaussterbens vor 372 Mio. Jahren nachgewiesen ist. Sehenswerte Landmarken sind außerdem der Hübichenstein, ein Kalksteinfels bei Bad Grund, der Ottiliae-Schacht bei Clausthal-Zellerfeld und natürlich der Brocken selbst als nationales Geotop.
Bei einem Besuch im Harz lässt sich also immer etwas Neues entdecken, seien es geologische Besonderheiten oder die Geschichte des Menschen. Die Verbundenheit der Geoparks aller Welt ist zu spüren und lässt die Gegend in einem von vielen noch unentdeckten Licht erstrahlen.
 

Kommentar schreiben

* Diese Felder sind erforderlich

Kommentare

Keine Kommentare